Chatbots können bereits heute sehr hilfreich in Onlineshops eingesetzt werden. Die Hemmschwelle ist bei textbasierten Chatbots im Shop selbst oder auch im Facebook Messenger sehr gering. Sprachbasierte Chatbots in Form von Alexa oder dem Google Assistant gehen hier sogar noch ein Stück weiter und erlauben es dem Shopkunden in seiner natürlichsten Form zu agieren – per Sprache.

All das ist bereits heute auf einem sehr guten Niveau möglich. Onlineshops produzieren Unmengen an Daten und in Verbindungen mit einer Recommendation Engine und einer KI basierten Spracherkennung (NLP) können Shopkunden tolle Erlebnisse mit einem Chatbot in einem Shop erleben. Jedoch wäre es auch heute noch ein schwerer Fehler dem Kunden vorzugaukeln, dass es sich beim Gesprächspartner um einen echten Menschen handelt. Technisch wird das schneller als man denkt möglich werden, aber ethisch wird es immer ein Problem bleiben.

Genau hier setzt die Firma Soul Machines aus Neuseeland an und gibt digitalen Chatbots ein Gesicht, welche es in dieser Qualität noch nicht gegeben hat. Lesen Sie hier, was dieser technologisch erste Schritt in naher Zukunft für das Onlineshopping bedeuten kann…

Soul Machines: Ein Chatbot mit lebensechtem Gesicht und Mimik

Mittlerweile ist es für viele von uns vollkommen normal geworden, dass man mit einer Maschine spricht. Alexa, Siri und der Google Assistant sind nicht nur mehr auf Smartphones und Lautsprechern ansprechbar, sondern nun auch z.B. in Kopfhörern oder auch Mikrowellen. Die großen Tech Unternehmen setzen bekanntlich sehr viel Energie und Geld in die Weiterentwicklung der digitalen Sprachassistenten, jedoch hat es bisher keiner wirklich hinbekommen, dass z.B. Alexa auch nur einen Anflug von digitaler Persönlichkeit zeigt. Da wir Menschen ja audiovisuelle Typen sind, fehlt also schon mal ein gutes Stück bei Alexa, da man sie ja nur hört und nicht sieht.

Genau hier setzt Soul Machines auf Basis von IBM Watson an und schafft es eindrucksvoll einem Chatbot ein authentisches Gesicht zu geben. Wir kennen ja schon gute Gesichtsanimationen aus Computerspielen, jedoch geht man hier einen deutlichen Schritt weiter. Im Gegensatz zu einem Computerspiel ist die Sprachausgabe ja nicht vorbestimmt, sondern erfolgt individuell auf Basis des Gespräches mit einem Menschen.

Im folgenden Video wird gezeigt, wie man solch einen digitalen Gesprächspartner erstellt hat. Da merkt man erst, wie schwierig es ist echte Menschen bestmöglich zu imitieren.

In diesem Video wird Will gezeigt. Ein männlicher Chatbot, welcher für für ein neuseeländisches Energieunternehmen gebaut wurde und von Schülern auf Herz und Nieren ausprobiert wird. Faszinierend finde ich wie die Kids keinerlei Berührungsängste haben und auch über diese tolle Erfahrung ganz offen sprechen. Sind das die Chatbots von morgen?

Man kombiniere Soul Machines, Google Duplex und Amazon Echo Look

Transportieren wir die Technik der “Digital Humans” mal in den E-Commerce und kombinieren diese Chatbots mit dem Sprachverständnis von Google Duplex und einer Funktion ala Amazon Echo Look. Herauskommen würde ein personalisierter Produktberater, der immer und überall mit Rat und Tat zur Seite stehen würde. Der Chatbot hat Zugriff auf sämtliche Produkt- und Kundendaten und kann diese blitzschnell verarbeiten. KI basierte Recommendations sind heute schon kein Hexenwerk und dank Big Data Technologien, sind riesige Datenberge heute kein Problem Mehr, sondern eher ein Segen.

Es wurde ja schon des öfteren über den kommenden Stellenwert von künstlicher Intelligenz gesprochen und nicht unbegründet mit der Dampfmaschine verglichen. Die Auswirkungen auf den E-Commerce von solch einer Technologie wären wohl erheblich. Es stellt sich die Frage, warum es dann überhaupt noch klassische Frontends geben muss, wenn ich meinen persönlichen Verkäufer 24/7 immer dabei habe. Auch im Einzelhandel würde ein digitaler (und dennoch vermenschlichter) Superverkäufer einschlagen. Schließlich ist ja das so ziemlich letzte Argument des Einzelhandels der persönliche Service.

Aktuell sind die benötigten Technologien noch ziemlich auf sich selbst fokussiert und natürlich auch gerade erst am Anfang des Lebenszyklusses. Die rasante technische Weiterentwicklung wird aber wohl eher früher als später dafür sorgen, dass solche Zukunftsszenarien zum Standard werden. Händler, die hier diese definitiv kommenden Trend verschlafen werden dann das Nachsehen haben.

 
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